Über zwanzig Jahre habe ich ausschliesslich von meiner Malerei und Bildhauerei gelebt. Auch jetzt fahre ich noch regelmässig an meinen freien Tagen ins Atelier und setze meine Arbeit fort, nur mit weitaus weniger Druck.

Denn seit 2005 betreibe ich nun, mit nicht nachlassender Begeisterung, meinen Kaufmannsladen in Köln, einmal mit der Absicht, mich dort selbst einkleiden zu können, und darüber hinaus damit auch noch hauptsächlich meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Mein Sortiment erweitert sich ständig, aber stets nur um Dinge, die  ich auch für  mich selbst haben möchte, oder die mir an solchen Frauen gefallen, die ich auch sonst gerne anschaue. Zum ersten Mal in meinem Leben verkaufe ich Produkte, die ich nicht selbst hergestellt habe. Das kann ich nur, wenn ich diese mit einer vergleichbaren Überzeugung vertreten kann. Ausschließlich Kleidung, Schuhe, Taschen etc. mit diesen "unkommerziellen" Eigenschaften und Qualitäten anzubieten, bei denen der Gewinn naturgemäß etwas geringer ausfällt als bei Massenware, empfinde ich als ein geldwertes Privileg.

Denn ich mag Dinge, die in Falten und Patina  Alltag und Reisen ihrer Besitzer konservieren, die die Pheromone anachronistischer Männerabenteuer verströmen, persönliche Gegenstände mit innewohnender Vergangenheit, von denen manche sogar als „Lebensbegleiter“ das Zeug haben, eines Tages als Erbstücke hinterlassen werden zu können.